Nov 23 2010

Rick Rubin: Musikmagier mit Bart

Published by Redakteur at 7:42 am under Produzenten

Wenn sich Def Jam Gründer Rick Rubin an sein Mischpult setzt, wird das, was er produziert fast zwangsläufig zu Gold. Dabei spielt die Stilrichtung der Musik keine Rolle mehr. Rubin produziert fast alles. Ursprünglich produzierte er Hip-Hop, wandte sich aber schon bald auch anderen Musikrichtungen zu. Country und Metal bilden heute neben dem Hip-Hop sein Standbein.

Die Liste der von ihm produzierten Alben und Künstler ist so lang wie illuster. Im Laufe seiner fast als einzigartig zu bezeichnenden Karriere hat Rick Rubin mehr als 100 Alben produziert, die sich insgesamt mehr als 100 Millionen mal verkauft haben. Begonnen hat alles im Jahr 1986 mit den Beastie Boys und Run-DMC. Deren Alben „Licensed To Ill“ beziehungsweise „Raising Hell“ katapultierten den Hip-Hop von der Straße direkt in die Wohnzimmer der Vorstädte und damit auch in den Mainstream.

Rubin hatte die Wahl. Weiter auf Hip-Hop setzen, noch einige Alben zu produzieren und sich dann schon mit Anfang 30 zur Ruhe setzen. Er hat sich dagegen entschieden. Einfach wollte er es sich nicht machen, anders ist nicht zu erklären, warum er sich dafür entschieden hat, Alben der Trasher von Slayer oder von Glen Danzig zu produzieren. Daneben kümmerte er sich darum, dass die Platten von Mick Jagger und den Red Hot Chilli Peppers den richtigen Sound erhielten. 1993 gründete er schließlich das Label American Recordings und bewies erneut seine Vielseitigkeit, indem er die Countrylegende Johnny Cash unter Vertrag nahm. Produziert hat Rubin unter anderem auch Alben für Linkin Park, Shakira, Dixie Chicks, Metallica, Jay-Z, Slipknot, Melanie C, Gossip und System of a Down.

Der im Jahr 1963 geborene, bärtige Produzent schert sich also, wie unschwer zu erkennen ist, nicht groß um irgendwelche Trends. Er produziert was er will und wann er es will. Auf diese Weise hat er es mehr als einmal geschafft, alte, schon fast der Vergessenheit anheimgefallene Künstler wie Neil Diamond oder eben Johnny Cash nicht nur zu reanimieren, sondern zu Höchstleistungen zu treiben. Natürlich ist diese Tatsache auch den Leuten in den Chefetagen der Majorlabels bekannt, weshalb Sony/BMG Rubin im Jahr 2007 zum Co-Chef ihres Labels Columbia Records machte. Der Konzern möchte mit dieser Verpflichtung ein Zeichen des Umdenkens setzen, um aus der Krise, in der die Musikindustrie steckt, herauszukommen. Mit Rubin dürften sie dabei die richtige Wahl getroffen haben.

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